Triumph-Ode
(Auszüge)

Im schmerzenden Lichte der großen Glühlampen der Fabrik
fiebere ich und schreibe.
Ich schreibe mit knirschenden Zähnen, Raubtier für diese Schönheit,
eine Schönheit, den Alten noch völlig unbekannt.

O Räder, o Triebwerke, unablässiges Rrrrrrrr!
Zurückgehaltene Ekstase rasender Maschinen!
Rasend in mir und außer mir
durch alle meine bloßgelegten Nerven,
durch alle Poren außerhalb aller meiner Empfindungsorgane!
Meine Lippen sind trocken, dröhnende Gegenwart,
weil ich dich allzu nahe höre,
und es brennt mein Kopf, weil ich maßlos
meine Empfindungen alle zum Ausdruck bringen
und mit der Maßlosigkeit unserer Zeit euch besingen will,
                                                 ihr Maschinen!

[...]

Ihr Fabriken und Laboratorien und Varietés und Luna-Parks,
ihr Panzerkreuzer und Brücken und Schwimmdocks,
in meinem stürmischen, glühenden Geiste
besitz ich euch alle wie eine schöne Frau,
besitz ich euch vollkommen wie eine schöne Frau, die man nicht liebt,
zufällig kennenlernt und überaus fesselnd findet.

Hollaho, ihr Fassaden der großen Geschäfte!
Hollaho, ihr Lifte der Wolkenkratzer!
Hollaho, ihr Regierungsumbildungen! Parlamente, politische Richtungen,
                                                      Berichterstatter von Staatshaushalten,
gefälschten Staatshaushalten!
(Ein Staatshaushalt ist so natürlich wie ein Baum
und ein Parlament so schön wie ein Schmetterling.)

 

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