Der verliebte Hirte
(I. Gedicht)

Als du nicht bei mir warst,
liebte ich die Natur wie ein stiller Mönch Christus...
Nun liebe ich die Natur
wie ein stiller Mönch die Jungfrau Maria,
andächtig wie zuvor, auf meine Weise,
doch anders, bewegter und näher...
Ich sehe die Ströme besser, wenn ich mit dir
über die Felder zum Ufer der Ströme gehe;
an deiner Seite sitzend und in die Wolken blickend,
achte ich besser auf sie...
Du entzogst mir nicht die Natur...
Du brachtest mir die Natur ganz nahe,
weil du lebst, seh' ich sie besser und doch als dieselbe,
weil du mich liebst, liebe ich sie auf die gleiche Weise, doch stärker,
weil du mich erwähltest, um dich zu lieben und dich zu haben,
hafteten meine Augen länger
vor allen anderen Dingen an ihr.
Ich bereue nicht den, der ich einstmals war,
weil ich es immer noch bin.

 

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