Einweihung
(Auszüge)

Du schläfst nicht unter den Zypressen,
Schlaf gibt es nicht auf dieser Welt.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Dein Leib ward dir als Schatten zugemessen
des Kleides, das dein Sein verborgen hält.

Es kommt die Nacht, das ist der Tod,
der Schattenleib verliert das Sein.
Als bloßer Umriß folgst du dem Gebot:
dir gleichend, gehst du in die Nacht hinein.

Es nehmen dir im Rasthaus »Zum Entsetzen«
die Engel deinen Mantel ab:
Nur fort im Schutz der letzten Fetzen,
ergreife neu den Wanderstab!

Die Erzengel der Straßen und des Lichts
ziehen dich aus, entblößen dich im Nu.
Hast keine Kleider mehr, hast nichts.
Nur deinen Körper, der bist du.

Und endlich in der tiefen Höhle
trittst du noch nackter in der Götter Reich.
Dein Leib entschwindet, äuß're Seele,
doch du gewahrst: sie sind dir gleich.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Der Schatten deiner Kleider blieb vergessen
hier unter uns in Zufallslanden.
Du liegst nicht tot unter Zypressen.
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Neuling, der Tod ist nicht vorhanden.

 

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